Verfasst von: Phil | 4. Juni 2010

Sprachen lernen

sprachen lernen

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Ich bin jetzt fast 7 Monate in Sued-Amerika unterwegs und ein Grund warum ich fuer meine Reise Sued-Amerika ausgewaehlt habe war der, eine neue Sprache zu lernen – Spanisch. Ungefähr einen Monat vor meiner Reise begann ich mit dem Selbststudium, doch als ich in Kolumbien ankam verstand ich leider fast kein Wort :) Nun nach 7 Monaten und keiner einzigen Spanischstunde kann ich mich doch relativ fliessend ausdrücken und habe fast keine Probleme mehr Unterhaltungen zu folgen. Es war eine unglaublich spannende Erfahrung zu beobachten, wie dabei der Lernprozess von statten ging und ich moechte in diesem Artikel meine Erfahrungen dabei teilen bzw. meine Techniken des Lernens vorstellen.

Ich nehme mal an, fast jeder von uns hat wenigsten mal angefangen Englisch zu lernen. Der Unterschied dabei war meistens, dass es irgendwann in der Schule anfing und man so ueber die Jahre lernte, ohne wirklich zu Anfang grosses Interesse darin zu haben oder eine Ahnung ueber die Notwendigkeit zu haben. Kurz: Eigentlich kann man sich gar nicht mehr daran erinnern, wie man Englisch gelernt hat. Man spricht es eben jetzt so gut man kann.

Diese Tatsache ist mir auch erst aufgefallen nachdem ich nun angefangen habe ambitioniert meine zweite Fremdsprache zu lernen. Und die Lernstufen, die man dabei durchmacht durchlebte ich zum ersten Mal bewusst. Ich bitte zu beachten, dass das kein wissenschaftlich phonetischer Artikel ist, sondern lediglich ein Erfahrungsbericht mit persönlichen Ratschlägen ;)

Lernstufen:

sprachschule

Eine Sprache lernt man nicht in der Schule!

Generell beobachtete ich, dass sich das Verständnis der Sprache unabhängig von der eigenen Fähigkeit zu sprechen entwickelte. Das Verständnis der Sprache schritt dabei schneller voran. In Kolumbien angekommen war zunaechst alles gehoerte ein grosses Wort. Ich konnte kaum die einzelnen Wörter auseinander halten. Mit der Zeit wurden die einzelnen Worter immer klarer. Bis ich jedoch so ziemlich jedes Wort verstand, vergingen fast 3 Monate. Meine eigene Fähigkeit zu sprechen war nach 1 Monat etwa soweit, das ich mit altaeglichen gut zurecht kam. Nach zwei Monaten konnte ich mich zumindest so verstaendlich machen, dass ich ungefaehr alles ausdruecken konnte was ich wollte. In den darauffolgenden Monaten verfestigte sich dies und meine Sprache wurde durch die Gewohnheit fluessiger. Nach nun 6 Monaten kann ich, wuerde ich sagen, ueber ziemlich alles sprechen. Die Sprache ist durch die Gewohnheit sehr fluessig, sobald es aber komplex wird grammatikalisch holprig. Sofern ich das von den letzten Beobachtungen meiner Englischkenntnisse beurteilen kann wird nun meine Faehigkeit zu sprechen sich soweit verbessern, dass ich grammatikalisch richtig und fluessig mich in jeder Situation ausdruecken kann. Einer der letzten Stufen wird dann sein, dass man Dinge auch so sagen kann und rueberbringen kann, wie man das im Deutschen tun wuerde. Das bedeutet auch, dass man weiss, wie man eine bestimmte Gefuehlslage im gesprochenen rueberbringen kann.

Lerntips:

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lernen mit was, was Spass macht

Generell gilt es einerseits die Grammatik und andererseits den Wortschatz zu verbessern. Fuer die Grammatik hatte ich ein kleines Buch zur Verfuegung aus dem ich das notwendige entnommen habe. Fuer den Wortschatz habe ich (bis heute) immer einen kleinen Zettel und einen Stift bei mir, um die Woerter, die ich ueber den Tag lerne aufzuschreiben und spaeter zu lernen. So lernt man vor allem auch zunaechst die Woerter, die fuer einen selber wichtig sind und die einem vorraussichtlich noch oefter begegnen. Fuer beides gilt allerdings, das man eine Sprache nicht mit Auswendiglernen lernt, sondern mit ueben! Am Anfang heisst die Devise deshalb vor allem: Fragen. Ich Fragte am Anfang alles und Jeden. Ich Fragte immer nach dem Weg (auch wenn ich ihn schon wusste), nach der Uhrzeit, nach dem Beruf, etc.. Oftmals war das frustrierend, weil ich die Antworten meisten anfangs nie verstand, aber nur so funktioniert es eben.

Was mir darueber hinaus unheimlich geholfen hat ist, dass ich mich viel auf Spanisch mit Dingen beschaeftigt habe, die mir Spass machen. In meinem Fall war das natuerlich das Klettern. Wahrscheinlich habe ich den groessten Teil meines Spanischs durch den Kontakt mit Kletterern gelernt. Fuer mich ist das ein Thema ueber das ich einfach gerne reden will und deshlab einfach reden muss :) Das hat mir viel Uebung gebracht und es funktioniert selbstverstaendlich nicht nur mit klettern.

Moechte man beim Reisen eine Sprache lernen so ist es ausserdem sinnvoll den Kontakt mit anderen Reisenden zu meiden.  Das waere auch ein weiteres Argument zum alleine Reise, im uebrigen. Man lernt eben einfach eine Sprache am Besten von Einheimischen und wenn man mit anderen Reisenden zusammen ist ist die Amtssprache dann doch allzu oft Englisch :) (Ich kann allerdings fuer Spanischlernende den Kontakt mit Franzosen empfehlen, deren Englisch oft so schlecht ist, das Spanisch einfach die bessere Kommunikation ist ;) ). Das faellt auch umso einfacher, wenn man nach Leuten sucht, mit denen man sein Hobby ausueben kann. Das sind naemlich dann meistens Einheimische.

Ein weiterer Tip ist die Verwendung von Sozialen Netzwerken wie Couchsurfing oder Hospitality Club. Auch hier trift man meist auf Einheimische und hat unendliche Moeglichkeiten zu ueben.

Fazit:

Ich moechte eigentlich keine Sprache mehr in irgendeiner Schule lernen. Man lernt dort oft viel zu viel Mist, den man zunaechst einmal ueberhaupt nicht braucht. Man braucht am Anfang Erfolgserlebnisse und ich moechte doch auch, wenn ich ein Instrument lernen mal ein Lied spielen koennen, als erstmal alles ueber Noten zu lernen. Wenn man sich von Anfang an aufs wesentliche und persoenlich wichtige konzentriert, ist ein Sprache zu lernen einfacher als man denkt und benoetigt auch weniger Zeit als man oft denkt, aber man muss die noetige Motivation und Durchhaltevermoegen mitbringen. Grundsaetzlich wuerde ich sagen, dass man schon nach zwei Monaten ein Sprache „sprechen“ kann, wenn man ambitioniert genug uebt. Es ist jedoch kein Slebstlaeufer und es erfordert, dass man uebt und uebt und uebt. Und es ist ausserdem eine Sache, die man selbst  und fuer sich lernen muss. Somit ist fuer mich der effizienteste Weg eine Sprache zu lernen, sich in dem jeweiligen Land aufzuhalten. Es ist wie Privatunterricht, nur umsonst. Fuer mich ist daher der allerwichtigste Tip, dass man soviel Zeit wie moeglich mit Muttersprachlern verbringt. Wie man das anstellt, dafuer gibt es viele Moeglichkeiten. Seit Kreativ!

weiterfuehrende Links:

effizient Sprachen lernen: http://www.fourhourworkweek.com/blog/2009/01/20/learning-language/

ueber den Unsinn von Sprachschulen: http://www.fourhourworkweek.com/blog/2008/09/22/why-language-classes-dont-work-how-to-cut-classes-and-double-your-learning-rate-plus-madrid-update/

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Responses

  1. meine erfahrung: eine sprache lernt man durch sprechen. ich lerne keine wörter und kümmere mich nur wenig um grammatik. ok, wenn das grundgerüst mal da ist, schaue ich auch mal in eine grammatik um etwas über die sprachstruktur mitzubekommen.

    noch etwas: alles, was man mal gelernt hat, vergisst man nicht wieder. manchmal dauert es ein bisschen, bis es wieder zum vorschein kommt, aber es ist da, wenn es gebraucht wird.

    ich habe z.b. 20 jahre lang kein französisch mehr gesprochen, aber als ich im oktober in burkina faso ankam, war es, als hätte man das licht angeknipst, ein bisschen holprig zwar am anfang, aber es ging.

    ich konnte mich noch nie hinsetzen und wörter büffeln, auch in englisch war ich immer ganz schlecht, bis ich zum ersten mal in england war und dort freunde gefunden habe, danach war ein persönliches interesse an dieser sprache geweckt und sie machte mir keine probleme mehr.


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