Verfasst von: Phil | 24. März 2010

lessons learned


Rolf Potts

Letzte Woche bin ich auf einen, meinem Empfinden nach, sehr lesenswerten Artikel im Internet gestoßen. Geschrieben wurde er von Rolf Potts und über das gleiche Thema wollte ich auch demnächst einmal etwas schreiben. Rolf Potts ist sicherlich einer der Personen, die mich in der Vergangenheit sehr inspiriert haben. Rolf ist Langzeit-Reisender, oder wie er es nennt ein „Vagabond“. Er reist seit einigen Jahren um die Welt und hat seinen Weg gefunden, dass so auch noch für die nächsten Jahre so zu tun. In seinem Artikel schreibt er über Dinge, die man beim Reisen fürs Leben lernen kann. Es handelt sich dabei natürlich um Dinge, die in keinem Lebenslauf stehen werden, sondern um solche, die man für sich selbst lernt und die einem eben persönlich sehr viel bringen. Ich fand meine eigenen Erfahrungen in diesem Artikel so super beschrieben, dass ich unbedingt mehr Leute an diesem Wissen teilhaben lassen will. Vor allem natürlich auch in der Hinsicht, Leute zum Reisen zu bewegen, damit mehr diese Erfahrungen machen können.

Da der Artikel in Englisch ist möchte ich ihn hier sinngemäß übersetzen und mit eigenen Erfahrungen ergänzen. Einen Link zum original Artikel und auch zu Rolf Potts Website findet ihr am Ende des Artikels. Weiterhin möchte ich darauf hinweisen, dass Erfahrungen zu lesen niemals das Selbe sein kann, wie Erfahrungen selbst zu erleben. Also werdet inspiriert aber dann geht hinaus in die Welt :)

Zeit = Glück

Zeremonie in Indien

Ich kann mich noch gut erinnern einmal in einer dieser Klatsch-Zeitschriften einen Artikel gelesen zu haben, indem Prominente darüber befragt wurden, was das wertvollste für sie im Leben sei. Ausnahmslos alle sagten so etwas wie: „Zeit mit meiner Familie“ oder „Zeit für mich“. Obwohl alle diese Leute wahrscheinlich sich nahezu jeden Wunsch erfüllen konnten mangelte es ihnen doch an etwas: Zeit. Und wie bitte möchte man glücklich werden, wenn man sich zwar alles leisten kann, leider aber keine Zeit dafür hat? Soll man warten, bis man in Rente ist, um sich all‘ die Träume zu erfüllen, die man hegt? Zeit ist vielleicht die wertvollste Sache, die man hat im Leben und so sollte man vielleicht sich mehr darauf konzentrieren mehr davon sich anzuschaffen, als sich auf die Anschaffung von Geld zu konzentrieren.

Durch alle meine Reisen, habe ich schnell gelernt, dass persönliche Erfahrungen, Leute kennen zulernen und neue Dinge auszuprobieren bei weitem mehr Wert haben als jede materielle Sache. Wie kann man Erfahrungen, wie Meditations-Unterricht bei einem thailändischen Mönch oder das feiern einer indischen Hochzeit mit Geld aufwiegen? Rolf Potts verweist zusätzlich auf eine Studie, die belegt, dass Erfahrungen und deren Erinnerungen eher langfristiges Glück produzieren, als materieller Reichtum. Viele kennen und zitieren wahrscheinlich oft den Spruch: „Geld allein macht nicht glücklich“. Ich verstehe nur nicht, warum ihn so wenige auch umsetzen.  Vielleicht sollte man versuchen, die Zeit, die man mit Dingen verbringt, die einem keinen Spaß machen zu reduzieren und dafür mehr Dinge zu unternehmen, die einem Spaß und Sinn machen.

Sei da, wo du bist:

im Moment

Eines der schönsten Dinge am Reisen für mich ist die Tatsache, dass man gezwungen wird mehr  im „Jetzt“ zu leben. Man ist voll und ganz mit den Dingen beschäftigt, die um einen herum passieren. Kein Handy das nervt, keine E-Mails, die man abrufen muss,  alles reduziert sich auf den Moment. Reist man alleine ist diesem Gefühl noch intensiver! Seit ich hier in Peru lebe und wieder für ein paar Monate einen art Alltag habe, habe ich gemerkt, dass einem das Verhalten von zu Hause schnell wieder einholen kann. Hat man wieder ein Handy oder Computer da stehen ist die Versuchung groß von diesen zeitverschwendenden Dinge wieder zu sehr Gebrauch zu machen. Dabei sollte man sich immer, auch zu Hause, fragen, ob man jetzt wirklich seine E-Mails nachschauen muss und ob der Internetbesuch hier gerade Sinn macht. So oft hat es den nämlich nicht und man merkt es vor allem daran, dass es beim Reisen ja auch ohne geht.

nehm dir die Zeit:

slow down

Wenn ich zu Hause bin, merke ich auch immer wieder, dass ich einfach viele Dinge haste. Ich renne von einem Termin zum nächsten, esse mein Mittagessen im Auto und versuche wenn möglich immer vieles gleichzeitig zu machen. Auch wenn das manchmal den Eindruck für mich entstehen lässt, ich würde meine Zeit nutzen, würde ich doch lieber alles in Ruhe machen, wenn ich wählen würde. Reisen zeigt mir immer wieder, dass es auch anders geht. Anstatt von einer Sehenswürdigkeit zu nächsten zu rennen, wird mir immer wieder gezeigt, wie schön es ist, sich die Zeit für einen kleinen Plausch oder einen kleinen Umweg zu nehmen. Es gibt so vieles, was man, wenn man hetzt, verpasst. Klar mag das einem beim Reisen, also oft in einer Art Urlaub auch leichter fallen. Trotzdem sollte man diese Erfahrung ernst nehmen und sich fragen, was man davon auch zu Hause anwenden kann. Man kann nämlich mit Sicherheit einen Gang runterschalten und trotzdem noch genauso effektiv sein.

Halte es einfach:

Ganz einfach weil man auf knapp einem Kubikmeter sein ganzes Hab und Gut aufbewahrt, kann man einfach feststellen, dass es wenig braucht um zu „überleben“. Darüber hinaus ist es ein wahnsinnig befreiendes Gefühl seinen ganzen Besitz in einem Rucksack umher zu tragen. Man muss auf nichts mehr aufpassen als auf diesen Beutel auf seinem Rücken. Viel weniger Verantwortung und somit viel weniger Stress. Man lernt schnell, dass es in Wirklichkeit so wenig Zeug im Leben braucht. Auch zu Hause habe ich vor meiner Reise mein großes Zimmer geräumt, um in ein kleineres zu ziehen. Da dort einfach nicht alle Sachen reinpassten musste ich gezwungenermaßen Sachen „aufgeben“. Und tatsächlich ist es so, dass man soo viele Sachen einfach nicht braucht, wenn man ehrlich ist.

Keine Grenzen setzen:

keine Angst vor Unbekanntem

Wenn mich Reisen eines gelehrt hat, dann dass, das das meiste, was man von der Welt hört schlichtweg falsch ist. In den Länderspezialen beispielsweise habe ich oft genug geschrieben, dass die ganzen Erzählungen, von wegen wie gefährlich das eine oder andere Land sein soll totaler Unsinn sind. Darüber hinaus wird man mit so viel „Andersheit“ konfrontiert, dass man sich einfach eingestehen muss, dass das bisher Gekannte nicht das einzig Richtige ist. Es geht auch anders. Damit wird man täglich konfrontiert und Reisen zwingt einen einfach oft mit alten Gewohnheiten zu brechen und offener zu werden. Warum also Grenzen aufstellen? Grenzen in jeder Hinsicht seien sie finanzieller, zeitlicher oder sonstiger Art bescheren einem nur Kopfzerbrechen. Am Ende kommt doch alles anders und man sollte dann über etwas entscheiden, wenn es soweit ist.

Fazit:

Wie schon erwähnt sind dies Erfahrungen, die ich unheimlich schätze gemacht zu haben und zu machen. Allerdings kann man Erfahrungen eben nicht lernen, wenn man sie nicht macht. Dem Kind, dem erzählt wird, dass der Ofen heiß ist, wird niemals wissen was „heiß“ ist, wenn es halt nicht doch irgendwann mal dran fasst. Das allerwichtigste, was ich leider hier nicht weiter rüber bringen kann, als es zu schreiben, ist Dinge zu machen! Denn vielleicht, macht man auch vollkommen andere Erfahrungen. Wie schon im letzten Punkt erwähnt sollte man nämlich eigentlich nichts glauben, was erzählt wird, bevor man es nicht gemacht hat :)

Links:

Artikel von Rolf Potts (Englisch): http://www.fourhourworkweek.com/blog/2010/02/25/rolf-potts-vagabonding-travel/

Rolf Potts Homepage: http://rolfpotts.com/index.html

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Responses

  1. Das ist wohl die beste Antwort die ich seit langem gehört habe auf einige Fragen der Lebensführung.

    Alles Gute für den nächsten weg.

    Liebe Grüße
    Brigitte


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