Verfasst von: Phil | 17. November 2009

Länderspezial: Kolumbien

viva Colombia!

viva Colombia!

„Bist du sicher?“, „Willst du nicht wiederkommen?“, „Du weißt aber, dass das gefährlich ist.“ Das sind drei von hunderten von ähnlichen Kommentaren, die ich in den letzten Wochen vor meiner Abreise zu hören bekam. Ich muss zugeben, dass ich vor einigen Jahren einen ähnlichen Eindruck hatte und dass solche Sprüche, wenn man sie mehrmals am Tag hört, einen nicht kalt lassen. Um so wichtiger ist es mir, alles dafür zu tuen, das Image Kolumbiens richtig zu stellen. Noch nie habe ich erlebt, wie ein Land einen solchen falschen Eindruck in Deutschland hat! Ich möchte in diesem Artikel meine Eindrücke nach über drei Wochen reisen in Kolumbien schildern  und dadurch das schlechte und vor allem falsche Image Kolumbiens richtig stellen.

Meine Reise im Überblick:

Bogota von oben

Bogota von oben

Durch die ganzen Sprüche in den Vorwochen flog ich vor drei Wochen schon mit ein wenig Respekt in die Hauptstadt Kolumbiens – Bogota. Jedoch hätte mir schon nach dem laut schallenden „Viva Colombia, Viva“ bei der Landung im Flugzeug klar sein sollen, mit welcher fröhlichen Mentalität ich es hier zu tun haben werde. Ich bin nun mittlerweile über drei Wochen in Kolumbien unterwegs. Von Bogota ging es über San Gil einem kleinen Andendorf an die karibische Kuüte Santa Martas. Von dort aus weiter an der Küste entlang nach Cartagena. Als nächstes fuhr ich weiter in die ehemalige Kokain-Hauptstadt Medellin und weiter nach Cali bis schließlich zur Grenze Ecuadors.

Kolumbiens Image:

Kolumbien ist sich bewusst, was für ein schlechtes Image sie in der Welt haben und so lautet der Slogan der Tourismusbranche: „The only risk is wanting to stay„. Auch die Einheimischen fragen so gut wie immer, wie es einem in Kolumbien gefällt. Manchmal hat es mich in den vergangenen Wochen wütend gemacht, das Kolumbien so falsch in Deutschland dargestellt wird. Es ist wohl das Resultat des Phänomens, dass sich schlechte Nachrichten immer schneller verbreiten als gute. Ziemlich viele Leute konnten mir in den Tagen vor meiner Abreise irgendeine Horrorgeschichte erzählen. Ich möchte hier nicht behaupten, dass diese nicht stimmen. Ich bin nur der Meinung,dass man einige dieser Geschichten mal auf Originalität und Aktualität prüfen sollte.

Die Herkunft der schlechten Eindrücke liegt gar nicht so weit zurück. Das berühmte Drogenkartell Pablo Escobars liegt erst etwa zwanzig Jahre zurück und kurz danach war die Situation sicherlich auch noch sehr pressant. Als ich mit Kolumbianern allerdings ueber diese Zeit redete, sagten viele, dass es eigentlich auch nicht viel gefaehrlicher als in der heutigen Zeit war, wenn man kein Polizist war. In den letzten Jahren hat sich jedoch ungeheuer viel getan. Das bedeutet nicht, dass Kolumbien ein völlig sicheres Reiseland ist. Jedoch kann ich wenig Unterschiede zu meinen Reisen in Asien erkennen. Mit gesundem Menschenverstand lässt sich der meiste Ärger vermeiden.

Meine Eindrücke:

Essen in Medellin

Essen in Medellin

Ich für meinen Teil habe mich in dieses Land verliebt. Vielleicht verstärkt der schlechte Ruf den positiven Eindruck, aber ich habe selten solche netten und lebensfreudigen Menschen wie Kolumbianer kennengelernt. Sicherlich habe ich meiner Zeit hier keine negativen Erfahrungen gemacht, aber ich glaube dass ich nicht besonderes Glück hatte, sondern, dass das der normale Fall ist. Wenn ich nur ein bisschen hilflos ausschaue, kommt meist sofort jemand auf mich zu, der mir hilft. Auch wenn das heißt, mich bis zu meiner Busstation zu begleiten. Die Menschen hier sind so hilfsbereit und geduldig und es hat den Anschein als würde es ihnen dabei auch noch riesigen Spass machen. Die ist bei weitem nicht meine erste Reise, aber ich habe selten so freundliche Menschen kennengelernt.

Sicherheit

Zum Thema Sicherheit kann ich auf alle Fälle sagen, dass hier wohl die meiste Diskrepanz besteht, zwischen Wirklichkeit und dem in Deutschland geschilderten Eindruck. Die Geschichten, der Reisenden hier unterscheiden sich nicht im geringsten zu denen in Asien. Es gibt in großen Städten Gegenden, in die man nicht gehen sollte, aber sonst muss man keine Einschränkungen machen. Polizei ist hier überall präsent und noch nie habe ich mich in irgendeiner Art und Weise bedroht gefühlt.

Am meisten hat mich bisher Medellin beeindruckt. Vor 15 Jahren noch die gefährlichste Stadt der Welt, erkennt man davon fast nichts mehr und viele europaische Metropolen könnten sich von der innovativen Art Medellins eine Scheibe abscheneiden. Kommt man in kleiner Staedt, so ist von möglicher Gefahr überhaupt keine Spur mehr.

Fazit:

buntes Treiben in den Strassen

buntes Treiben in den Strassen

Bestimmt ist es sicherer zu Hause in seinem Wohnzimmer zu bleiben. Aber Sicherheit sollte auf keinen Fall ein Argument gegen eine Kolumbienreise sein! Ich kann nun felsenfest behaupten, dass viele der Eindrücke, die man in Deutschland über Kolumbien hört falsch sind! Kolumbien ist ein wunderbares Land und ich und die Menschen hier würden jedem wünschen es einmal selbst zu erfahren. Sicherlich habe ich nun keine negativen Erfahrungen hier gemacht, aber ich glaube, dass ich nach dreieinhalb Wochen reisen und vielen Gespraechen mit den Leuten hier und anderen Reisenden sagen kann, dass dies kein Zufall war. Generell hat mich diese Erfahrung hier gelehrt, dass man keinen Geschichten trauen sollte, sondern sich immer selbst ein Bild machen muss.

Weiterführende Links:

Daten über Kolumbien und Reiseinfos: http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/01-Laender/Kolumbien.html

Allgemeine Informationen: http://de.wikipedia.org/wiki/Kolumbien

Eine kurze Zusammenfassung der Geschichte: http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Kolumbiens

zum thema Sicherheit in Kolumbien: http://www.forbestraveler.com/adventure/danger-destinations-2009-slide-2.html?thisSpeed=25000

Aktuelle Infos: http://www.kolumbien-blog.com

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Responses

  1. […] Ländern. Die Erfahrungen werden sicher nicht so extrem sein, wie in Bolivien, Brasilien oder Kolumbien. Dennoch wird man um die lateinamerikanische Art und Weise nicht herum kommen :) Für […]


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