Verfasst von: Nicolas | 24. Oktober 2009

Live-Bericht: Nach dem Examen gleich weg

Quer durch Südamerika will der 23 Jahre alte Philippe Westenberger reisen, um Spanisch zu lernen. In Peru will er zudem eine Weile für eine Hilfsorganisation arbeiten.

Hofheim. Am Montag hat er sein Studium beendet, heute sitzt der Wirtschaftsingenieur-Bachelor im Flugzeug nach Bogotá. Wann er wiederkommt? «In einem Jahr spätestens», sagt Philippe Westenberger. Wenn ihm nichts dazwischen kommt. In Kolumbien will er erst einmal einen Freund besuchen, der in Medellin arbeitet. Was Westenberger dort macht, weiß er noch nicht. «Ich werde mir im Flugzeug mal einen Reiseführer ansehen», erzählt er ganz gelassen.

Kinderdorf in den Anden

Kolumbien ist nur der Auftakt der Reise. Westenberger will schnell weiter nach Ecuador und dann nach Peru. «Dort werde ich rund zwei Monate in einem Kinderdorf arbeiten, das in den Anden von deutschen Spendengeldern aufgebaut wurde.» Damit, so meint er, könne er gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: «Wenn man eine Weile an einem Ort ist, lernt man die Sprache viel intensiver, ich kann dort den Menschen helfen und ich kann mich praktisch als Wirtschaftsingenieur betätigen.» Da die Kinder feste Bezugspersonen bräuchten, würde er nicht in der Betreuung eingesetzt. «Es geht wohl darum, die Effektivität verschiedener Maßnahmen zu prüfen», weiß er von der Aufgabe, die die 1998 von Dr. Dieter Arnold aus Königstein gegründete Organisation «Herzen für eine neue Welt» ihm zugedacht hat. Die Stiftung hat tief im Inka-Gebiet ein Kinderdorf aufgebaut, in dem zurzeit 70 Kinder betreut werden.

Abstecher nach Argentinien

Von Peru soll es noch weitergehen: Bolivien und Chile stehen noch auf dem Reiseplan des begeisterten Kletterers und Bergsteigers. Wenn er, wie er hofft, in Chile die Reisekasse als Skilehrer auffüllen kann, dann wäre auch noch ein Abstecher nach Argentinien drin. Eine Ausbildung als Skilehrer hat er vor ein paar Jahren mal gemacht und trainiert heute Schulklassen und seine Kollegen aus dem Hofheimer Winter-Sport-Verein.

Dass Brasilien nicht auf dem Plan steht, hat einen einfachen Grund: «Die sprechen kein Spanisch.» Im Moment lernt Philippe Westenberger Spanisch mit Buch und CD: «Damit sind erst mal die Grundlagen gelegt. Außerdem wird überall Englisch gesprochen, und mit Händen und Füßen kommt man auch durch.»

Alle Herren Länder

Hände und Füße sind sogar eine prima Sprache, weiß der Ex-Student aus Erfahrung. Mit einem Freund ist er von Hongkong bis Bangkok gereist, quer durch fünf asiatische Länder, die wie Vietnam und Laos nicht unbedingt zu den erschlossenen Reisegebieten zählen. Nach einem Besuch in St. Petersburg ist er durch Russland und die baltischen Staaten bis Finnland gefahren und ein zwei Monate langes Praktikum bei einer Firma in Indien hat er an jedem Wochenende zu Ausflügen in die Umgebung von Bangalore und Delhi genutzt. Danach war er noch einen Monat lang in Darjeeling. Der Himalaya reizte.

Zwischen Hühnern

Westenberger reist immer auf die gleiche Art. Möglichst billig, im Bus oder Zug mit den Einheimischen. Klar, dass er da stundenlang mit dem Rucksack auf den Knien zwischen Menschen hockt, die nicht gerade zur Oberschicht gehören und auch mal Hühner oder Ziegen als Reisegepäck dabei haben. Schlechte Erfahrungen habe er aber nie gemacht. Im Gegenteil: «Ich wurde oft zum Essen eingeladen und habe oft auch ein Dach über dem Kopf angeboten bekommen.» Nur so lerne man die Menschen da kennen, wo sie wirklich zu Hause sind.

Um anderen Menschen die Angst vorm Reisen und fremden Völkern zu nehmen, hat er mit einem Freund die Internetseite www.traveltricks.de ins Leben gerufen. Da gibt es gute Ratschläge und demnächst einen Bericht aus Südamerika.

Original Artikel von Hanspeter Otto im Höchster Kreisblatt

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Responses

  1. Hat Stil! Genieß die Zeit, Phil! Bis bald!

  2. Nun ja, die Dinge können so einfach sein. Danke :-)


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