Verfasst von: Nicolas | 15. Oktober 2009

Die Qual der Wahl oder „Wo wollen Sie hin mein Herr?“

Die Auswahl ist groß

Die Auswahl ist groß

Die Resonanz auf unseren ersten Eintrag war doch durchaus positiv. Und schon beschäftigen sich die ersten Zweifler mit dem Thema. Womit sich nun der Anfänger aber auch der erfahrene Traveler beschäftigt, ist die Frage nach dem Land, dem Ort und der Kultur, die man bereisen könnte. Viele Beginner haben schon immer die Sehnsucht nach der verlassenen Insel bei Fidschi oder dem Tango-Kurs in Argentinien gehabt. Diesen Leuten können sich glücklich schätzen, denn Ihr habt heut Ziel schon gefunden. Los gehts. Dieser Blogeintrag soll sich aber an die Mehrheit der Reise-Willigen richten, die sich nicht sicher sind über das Ziel oder die uns fragen „Was ist denn das tollste Land, in dem du jemals warst?“

Auf der einen Seite gibt es natürlich traditionell beliebtere Reiseziele wie Thailand oder Malle die wohl deshalb so beliebt sind, weil sie viele Leute als empfehlenswert beurteilen oder beurteilt bekommen haben. Wie aber so vieles im Leben, kann die Frage doch nur von jeden individuell beantwortet werden. Es gibt allerdings doch verschiedene Aspekte die bei der Entscheidung behilflich sein können:

Neigungen & Leidenschaft:

Als passionierter Taucher findet man wahrscheinlich eher Gefallen an einer Küsten-Route, wogegen der Alpin-Kletterer eher über 3.000 Meter seine Freizeit verbringt. Weinregion in Italien oder Sprachaufenthalt in Kapstadt? Hobbys und Leidenschaften können sicher Antrieb für alle Arten von Reisen sein und dürfen natürlich auch gerne das Reiseziel beeinflussen. Auch kann eine solche Verbindung vielleicht einen guten Vorwand geben den ersten Schritt zu tun und Gefallen zu finden.

Kultur:

Hat man Interesse an neuen Kulturen mit Menschen, die sehr anders leben mit fremden Normen und Werten? Vielleicht wäre dann eine Reise ins interessante Japan das richtige Ziel. Hier wurde es uns gedankt fremden Menschen auf den Fuß zu treten und wir wurden komisch angeschaut weil wir uns in der Öffentlichkeit die Nase geputzt haben, ein absolutes No-Go.  Statt dessen ist ein normales Nasehochziehen und Schmatzen am Esstisch gesellschaftlich total akzeptiert. Generell können wir aus unseren Erfahrungen sagen, dass Reisen in andere Kontinente (ausgehend von Europa) meist die extremste Umstellung bedeuten. Hier wird man wohl am häufigsten mit kuriosen „Andersheiten“ konfrontiert.

Sprache:

Obwohl wir schon in Ländern unterwegs waren, in denen wir weder ein Wort schreiben noch lesen konnten, gibt es doch erstzunehmende Vorteile die Landessprache einigermaßen zu beherrschen. Zum Beispiel hätte ich in Brasilien bestimmt nicht so viele Abende mit Samba-Tanzen und Ayahuasca-Trinken verbracht, wenn ich nicht während meines Aufenthalts fleißig Portugiesisch gebüffelt hätte. Um über den oberflächlichen Austausch von „Wie gehts dir?“ und „Wo kommst du her?“ zu kommen, muss eine gemeinsame Sprachgrundlage vorhanden sein. Natürlich kann man im jeden Land umherreisen ohne die Landessprache zu beherrschen. Auch Englisch, heutzutage gerne als Weltsprache zitiert, ist zum Beispiel in China eher Mangelware. Aber auch hier kommt man mit blindem Umhertippen auf der Speisekarte durch den Tag und sorgt für die eine oder andere lustige Anekdote (Ob wir jemals Hunde-Fleisch gegessen haben, wissen wir bis heute noch nicht).

indische Mentalität

indische Mentalität

Zeit, Entfernung und Transport:

Das ist vielleicht der Punkt der mich persönlich am meisten beeinflusst. Wenn ich weiß, dass ich eine Woche Zeit habe, werde ich mir nicht vornehmen Australien zu durchkreuzen, sondern fange vielleicht mal mit Dänemark an. Zum einen sind mehr als 24 Stunden Anreise schlecht zu rechtfertigen, wenn man nur wenige Tage Vorort ist. Zum anderen kommt man eh immer wieder in die Zwickmühle zwischen „möglichst viel sehen“ und „intensiv wahrnehmen“. In Indien beispielsweise benötigt man mit einem Bus für etwa 100 km durchschnittlich 2 Stunden. Man kann sich ausmalen, was das für das Reisen in solch einem riesigen Land bedeutet: Man braucht viel Zeit. Es ist daher ungeheuer wichtig sich vor der Reise darüber im klaren zu sein, wie man seine Zeit ungefähr aufteilen kann.

Jahreszeit und Klima:

Dieser Aspekt mag wohl jedem einleuchten. Das man vielleicht nicht im Winter nach Patagonien, Argentinien reist oder das ein Sommer in äquatornähe unbequem sein könnte ist ziemlich offensichtlich. Wir können jedoch auch sagen, dass dieser Punkt auch oft überbewertet wird. Ob die Jahreszeit zur gewünschten Reisezeit passt, sollte nicht ein absolutes Entscheidungskriterium sein. Während meines Monates in Bangladesh, mitten in der Regenzeit, konnte ich als Mitarbeiter einer sozialen Organisation einzigartige und bewegende Augenblicke erleben. Man muss somit natürlich von dem jahreszeittypischen Wetterbedingungen ausgehen, sollte aber auch einplanen, dass es keine Garantie ist. Vielleicht ist auch gerade das antizyklische Reisen eine ganz besondere Erfahrung.

Landschaft:

Neben fremden Kulturen kann auch der Anblick eines imposanten Gebäudes, wie die Basilika Kathedrale in Moskau bei Sonnenuntergang, oder das Erleben der freien Natur, wie in den Wäldern von Schweden Grund, genug für einen Besuch sein. Sicherlich bietet jede Region landschaftliche Highlights. Ich will diesen Punkt aber erwähnen weil es Menschen gibt, die sich in Groß-Städten verloren vorkommen und der Natur belebt und Personen bei denen es genau andersherum ist. Frage dich selber welcher Typ bist du. Wenn du es nicht weißt, finde es heraus.

Fazit:

Natürlich kann man hier noch beliebig viele andere Aspekt aufführen. Wir haben uns diejenigen herausgenommen, die uns bisher oft berührt oder beeinflusst haben. Wie schon oben erwähnt können wir nur jedem, der es noch nicht getan hat, empfehlen einmal Europa zu verlassen und einen anderen Kontinent zu bereisen. Die unglaubliche Andersartigkeit von beispielsweise Asien oder Süd-Amerika ist alles andere als beängstigend. Erstmal verarbeitet wirkt sie unheimlich inspirierend und Horizonterweiternd. Erfahrungen, die einen sicherlich positiv prägen. Wichtig sollte jedoch sein, dass man Spaß und Interesse am nächsten Reiseziel hat. Ein Kribbeln ist jedoch völlig normal ;)

Was für weitere Kriterien sind eurer Meinung nach wichtig?

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: